Tigermücke in Spanien
Die Tigermücke sticht tagsüber und ist an Spaniens Küste zur Plage geworden. Was sie von der normalen Stechmücke unterscheidet und wie Sie sich schützen.
Wer seinen ersten Sommer in Spanien erlebt, wundert sich oft: Warum werde ich auf der Terrasse am helllichten Tag gestochen? In Deutschland kennt man Mücken als Nachtplage. In Spanien ist die Tigermücke (Aedes albopictus) die häufigste Art an der Mittelmeerküste – und sie sticht ausschließlich tagsüber.
Was ist die Tigermücke?
Die Tigermücke ist eine invasive Art, die 2004 über den Hafen von Barcelona nach Spanien kam und sich seitdem entlang der gesamten Mittelmeerküste ausgebreitet hat.
Erkennungsmerkmale:
- Kleiner als die Gemeine Stechmücke (5–7 mm)
- Schwarz mit auffälligen weißen Streifen an Beinen und Körper
- Charakteristischer weißer Mittelstreifen auf dem Brustschild – das sicherste Erkennungsmerkmal
- Sticht tagsüber – besonders in der Morgen- und Abenddämmerung
- Kurze Flugstrecken: selten weiter als 150–200 m von ihrer Brutstätte
Unterschied zur Gemeinen Stechmücke: Die Gemeine Stechmücke (Culex pipiens) ist größer, einheitlich braun und sticht hauptsächlich nachts. Wenn Sie tagsüber auf der Terrasse gestochen werden, ist es fast sicher die Tigermücke.
Verbreitung in Spanien
Die Tigermücke ist heute flächendeckend verbreitet in:
- Katalonien – gesamte Küste und weite Teile des Inlandes
- Valencia – stark betroffen, besonders die Huertas
- Murcia – Küste und Huerta-Gebiete
- Andalusien – Costa del Sol, Costa Tropical, Almería
- Balearen – Mallorca, Menorca, Ibiza
- Kanarische Inseln – ganzjährig aktiv
Saison: Mai bis Oktober, Höhepunkt Juli–August. Auf den Kanaren ist sie das ganze Jahr aktiv.
Wo brütet die Tigermücke?
Das Besondere und Problematische: Die Tigermücke brütet nicht in Teichen oder der Kanalisation, sondern in kleinsten Wasseransammlungen im eigenen Garten oder auf der Terrasse.
Häufig übersehene Brutstätten in deutschen Ferienhäusern und Immobilien:
- Blumentopf-Unterteller – die häufigste Brutstätte überhaupt
- Dachrinnen mit Laub – schon eine kleine Stauung reicht aus
- Gießkannen und Eimer – auch bei Umkippung sammelt sich Regenwasser
- Kinderspielzeug im Freien
- Climatización-Abläufe – der Ablauf der Klimaanlage tropft in kleine Vertiefungen
- Dekorative Brunnen ohne Wasserumwälzung
- Alte Autoreifen – klassische Brutstätten
Faustregel: Jeder Behälter mit 1 cm stehendem Wasser für 10 Tage kann Tigermücken züchten.
Was können Sie tun?
Brutstätten beseitigen – die wichtigste Maßnahme
- Alle Behälter leeren oder umkippen, die Wasser aufnehmen können
- Dachrinnen reinigen – Laub herausnehmen
- Wasser in Vogeltränken und Zierbrunnen alle 5–7 Tage wechseln
- Unterteller unter Blumentöpfen entfernen oder mit Maschen-Einsätzen ersetzen
- Alle Eimer und Gießkannen umgedreht aufbewahren
BTi für nicht beseitigbare Brutstätten
Bei Zierbrunnen, Regenwassertanks oder Teichen ohne Fischbesatz: Bacillus thuringiensis israelensis (BTi) – eine natürlich vorkommende Bakterienart, die Mückenlarven abtötet, aber für Menschen, Tiere und Nützlinge vollkommen ungefährlich ist.
BTi-Tabletten oder -Granulat sind in spanischen Gartencentern und bei Amazon.es erhältlich. Eine Tablette wirkt auf ca. 1.000 Liter für 30 Tage.
Persönlicher Schutz
- DEET 20–30% oder Icaridin 20% – die einzigen Repellentien mit belegter Wirksamkeit
- Lange Kleidung in der Dämmerung
- Moskitonetze an Fenstern und Türen
- Ventilatoren auf der Terrasse – die Tigermücke ist ein schwacher Flieger und weicht Wind aus
Krankheitsübertragung: Muss ich mir Sorgen machen?
Die Tigermücke kann theoretisch Dengue, Chikungunya und Zika übertragen – wenn sie eine infizierte Person sticht und anschließend eine weitere Person. In Spanien gibt es bisher keine etablierte Lokalübertragung dieser Krankheiten, aber importierte Fälle werden genau beobachtet.
Das aktuelle Risiko für in Spanien lebende oder urlaubende Deutsche ist gering, aber nicht null. Die Behörden haben Überwachungsprogramme eingerichtet.
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Founder & Lead Writer
British expat living in Málaga since 2019. Researched 200+ pest control cases across 16 Spanish regions.
Reviewed by Carlos Ruiz Martín
ROESBA-certified (Spain's Official Pest Control Registry). DDD specialist. Member of ANECPLA.