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Tigermücke in Spanien

Die Tigermücke sticht tagsüber und ist an Spaniens Küste zur Plage geworden. Was sie von der normalen Stechmücke unterscheidet und wie Sie sich schützen.

Von Spain Pest Guide · Aktualisiert 1. März 2025 · 9 Min. Lesezeit

Wer seinen ersten Sommer in Spanien erlebt, wundert sich oft: Warum werde ich auf der Terrasse am helllichten Tag gestochen? In Deutschland kennt man Mücken als Nachtplage. In Spanien ist die Tigermücke (Aedes albopictus) die häufigste Art an der Mittelmeerküste – und sie sticht ausschließlich tagsüber.

Was ist die Tigermücke?

Die Tigermücke ist eine invasive Art, die 2004 über den Hafen von Barcelona nach Spanien kam und sich seitdem entlang der gesamten Mittelmeerküste ausgebreitet hat.

Erkennungsmerkmale:

  • Kleiner als die Gemeine Stechmücke (5–7 mm)
  • Schwarz mit auffälligen weißen Streifen an Beinen und Körper
  • Charakteristischer weißer Mittelstreifen auf dem Brustschild – das sicherste Erkennungsmerkmal
  • Sticht tagsüber – besonders in der Morgen- und Abenddämmerung
  • Kurze Flugstrecken: selten weiter als 150–200 m von ihrer Brutstätte

Unterschied zur Gemeinen Stechmücke: Die Gemeine Stechmücke (Culex pipiens) ist größer, einheitlich braun und sticht hauptsächlich nachts. Wenn Sie tagsüber auf der Terrasse gestochen werden, ist es fast sicher die Tigermücke.


Verbreitung in Spanien

Die Tigermücke ist heute flächendeckend verbreitet in:

  • Katalonien – gesamte Küste und weite Teile des Inlandes
  • Valencia – stark betroffen, besonders die Huertas
  • Murcia – Küste und Huerta-Gebiete
  • Andalusien – Costa del Sol, Costa Tropical, Almería
  • Balearen – Mallorca, Menorca, Ibiza
  • Kanarische Inseln – ganzjährig aktiv

Saison: Mai bis Oktober, Höhepunkt Juli–August. Auf den Kanaren ist sie das ganze Jahr aktiv.


Wo brütet die Tigermücke?

Das Besondere und Problematische: Die Tigermücke brütet nicht in Teichen oder der Kanalisation, sondern in kleinsten Wasseransammlungen im eigenen Garten oder auf der Terrasse.

Häufig übersehene Brutstätten in deutschen Ferienhäusern und Immobilien:

  • Blumentopf-Unterteller – die häufigste Brutstätte überhaupt
  • Dachrinnen mit Laub – schon eine kleine Stauung reicht aus
  • Gießkannen und Eimer – auch bei Umkippung sammelt sich Regenwasser
  • Kinderspielzeug im Freien
  • Climatización-Abläufe – der Ablauf der Klimaanlage tropft in kleine Vertiefungen
  • Dekorative Brunnen ohne Wasserumwälzung
  • Alte Autoreifen – klassische Brutstätten

Faustregel: Jeder Behälter mit 1 cm stehendem Wasser für 10 Tage kann Tigermücken züchten.


Was können Sie tun?

Brutstätten beseitigen – die wichtigste Maßnahme

  1. Alle Behälter leeren oder umkippen, die Wasser aufnehmen können
  2. Dachrinnen reinigen – Laub herausnehmen
  3. Wasser in Vogeltränken und Zierbrunnen alle 5–7 Tage wechseln
  4. Unterteller unter Blumentöpfen entfernen oder mit Maschen-Einsätzen ersetzen
  5. Alle Eimer und Gießkannen umgedreht aufbewahren

BTi für nicht beseitigbare Brutstätten

Bei Zierbrunnen, Regenwassertanks oder Teichen ohne Fischbesatz: Bacillus thuringiensis israelensis (BTi) – eine natürlich vorkommende Bakterienart, die Mückenlarven abtötet, aber für Menschen, Tiere und Nützlinge vollkommen ungefährlich ist.

BTi-Tabletten oder -Granulat sind in spanischen Gartencentern und bei Amazon.es erhältlich. Eine Tablette wirkt auf ca. 1.000 Liter für 30 Tage.

Persönlicher Schutz

  • DEET 20–30% oder Icaridin 20% – die einzigen Repellentien mit belegter Wirksamkeit
  • Lange Kleidung in der Dämmerung
  • Moskitonetze an Fenstern und Türen
  • Ventilatoren auf der Terrasse – die Tigermücke ist ein schwacher Flieger und weicht Wind aus

Krankheitsübertragung: Muss ich mir Sorgen machen?

Die Tigermücke kann theoretisch Dengue, Chikungunya und Zika übertragen – wenn sie eine infizierte Person sticht und anschließend eine weitere Person. In Spanien gibt es bisher keine etablierte Lokalübertragung dieser Krankheiten, aber importierte Fälle werden genau beobachtet.

Das aktuelle Risiko für in Spanien lebende oder urlaubende Deutsche ist gering, aber nicht null. Die Behörden haben Überwachungsprogramme eingerichtet.


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Häufige Fragen zur Tigermücke

Hilft Citronella gegen die Tigermücke?
Citronella (in Kerzen, Armbändern oder Diffusoren) hat eine sehr schwache und kurzlebige Repellentwirkung (unter 30 Minuten). Sie ist kein Ersatz für effektive Schutzmittel. Als Ergänzung auf der abgedeckten Terrasse kann sie einen leichten Beitrag leisten, aber verlassen Sie sich nicht darauf, besonders bei starkem Befall.
Muss ich bei leerstehendem Ferienhaus etwas unternehmen?
Unbedingt. Bei leerstehendem Haus sollten Sie vor der Abreise alle Untersetzer leeren, stehendes Wasser beseitigen und Gießkannen sowie Eimer umkippen. Wenn Sie das Haus für Monate nicht nutzen, bitten Sie einen Nachbarn oder Hausverwalter, das Grundstück regelmäßig zu kontrollieren. Ein verlassener Garten mit stehendem Wasser ist ein perfektes Tigermücken-Brutgebiet.
Sind UV-Insektenfallen (Insektenlampen) wirksam?
Gegen die Tigermücke kaum. Tigermücken werden nicht stark von UV-Licht angezogen. UV-Fallen töten vor allem andere Insekten – darunter viele nützliche Arten. Die Wirkung auf Mücken ist in wissenschaftlichen Studien durchgehend gering. Investieren Sie lieber in Moskitonetze und BTi.
Warum steche ich die ganze Zeit, obwohl der Nachbar kaum gestochen wird?
Die Anziehung von Stechmücken variiert stark zwischen Personen. CO2-Ausstoß, Körperwärme, Hautsäuren (Milchsäure, Harnsäure) und Blutgruppe spielen eine Rolle. Personen mit höherem Stoffwechsel, Schwangere und Sportler werden häufiger gestochen. Das ist biologisch und nicht durch 'süßes Blut' erklärbar – aber ein anerkanntes Phänomen.

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Written by James Thornton

Founder & Lead Writer

British expat living in Málaga since 2019. Researched 200+ pest control cases across 16 Spanish regions.

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Reviewed by Carlos Ruiz Martín

ROESBA-certified (Spain's Official Pest Control Registry). DDD specialist. Member of ANECPLA.

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