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Spinnen in Spanien: Welche sind gefährlich, welche harmlos?

Die meisten Spinnen in Spanien sind harmlos. Aber Schwarze Witwe und Braune Einsiedlerspinne verdienen besondere Aufmerksamkeit. Erkennung und Erste Hilfe.

Von Spain Pest Guide · Aktualisiert 1. März 2025 · 8 Min. Lesezeit

Spanien hat eine reiche Spinnenfauna. Die übergroße Mehrheit der rund 1.600 in Spanien vorkommenden Spinnenarten ist für Menschen völlig harmlos — viele sogar nützlich, da sie Fliegen, Mücken und andere lästige Insekten fangen. Zwei Arten jedoch verdienen bei Expats und Besuchern besondere Aufmerksamkeit, weil ihr Biss medizinisch relevant ist.

Die meisten Spinnen in Spanien: harmlos und nützlich

Die großen, auffälligen Spinnen, die man in Spanien häufig in Häusern und Gärten findet, sind fast immer ungefährlich:

Winkelspinnen (Tegenaria spp.)

Groß, braun und schnell — die klassische Hauswinkelspinne, die aus der Badewanne nicht herauskommt. Beiß prinzipiell bei provozieren, aber Biss kaum spürbar und medizinisch bedeutungslos.

Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus)

Das klassische Radnetz im Garten. Weibchen können beeindruckende Größe erreichen. Biss nur bei extremer Provokation und medizinisch nicht relevant.

Zoropsis spinimana

Eine der in Südeuropa häufigen Großspinnen, die nachts in Häusern auf Jagd geht. Braun, behaart, kann 3–4 cm erreichen — sieht eindrucksvoll aus, ist aber völlig ungefährlich.

Wolfsspinnen (Lycosa spp.)

Am Boden lebend, schnell, jagen aktiv. Im Garten und in der Nähe von Gebäuden häufig. Ungefährlich.


Arten mit medizinisch relevantem Biss

Schwarze Witwe / Europäische Schwarze Witwe (Latrodectus tredecimguttatus)

In Spanien vorhanden, hauptsächlich in trockenen, mediterranen Habitaten in Südspanien (Andalusien, Extremadura, Murcia, teils Valencia). Lebt in trockenen, felsigen oder bewachsenen Bereichen — selten in direkter Haushaltsnähe.

Erkennungsmerkmale:

  • Weibchen: Glänzend schwarz, kugelig, 1–1,5 cm Körperlänge. Rote oder orangefarbene Flecken auf dem Bauch (typischerweise 13 Punkte, daher tredecimguttatus)
  • Männchen viel kleiner und kaum gefährlich

Biss und Symptome:

  • Der Biss selbst ist oft kaum spürbar — ein kleiner Stich
  • Symptome beginnen 30–60 Minuten später: Schmerzen an der Bissstelle, Ausbreitung auf Muskeln, Abdomen, Rücken
  • Latrodektismus: Muskelkrämpfe, Bauchsteifigkeit, Schwitzen, erhöhter Blutdruck, Übelkeit
  • Selten lebensbedrohlich bei Erwachsenen; erhöhtes Risiko bei Kindern, Älteren und Herzpatienten

Was tun: Bissstelle desinfizieren, sofort Arzt oder Notaufnahme aufsuchen. In Spanien sind Antidote (antiveneno) in größeren Krankenhäusern verfügbar. Notruf 112.

Braune Einsiedlerspinne (Loxosceles rufescens)

In ganz Südeuropa verbreitet, in Spanien häufig in Häusern — besonders in Zwischenräumen, hinter Bilderrahmen, in Kartons und selten genutzten Kleidungsstücken. Scheu, beißt nur wenn direkt berührt.

Erkennungsmerkmale:

  • Mittelgroß (6–9 mm Körper), braun, mit geigenförmigem Muster auf dem Rücken (Kopfteil)
  • Sechs Augen in drei Paaren (die meisten Spinnen haben acht)

Biss und Symptome:

  • Anfangs kaum spürbar
  • Nach 2–8 Stunden: zunehmend schmerzhafte, rote, blasenbildende Wunde
  • In seltenen Fällen: Nekrotisierende Reaktion (Gewebeschaden um die Bissstelle)
  • Systemische Reaktionen (Fieber, Erbrechen) möglich aber selten

Was tun: Bissstelle kühlen, sofort Arzt aufsuchen. Keine Heimbehandlung. Fotografie der Spinne falls möglich.


Spinnen aus dem Haus fernhalten

Für die meisten Hauseigentümer ist das Ziel nicht die Ausrottung aller Spinnen (das ist weder möglich noch sinnvoll), sondern die Reduktion von Spinnen im Wohnbereich:

  1. Fenster- und Türspaltdichtungen in gutem Zustand halten
  2. Kleidung und Schuhe in geschlossenen Kästen aufbewahren, nicht offen liegen lassen
  3. Kartons und Altpapier nicht über lange Zeit in Kellerräumen stapeln
  4. Hinter Bilderrahmen und Möbel regelmäßig reinigen
  5. Insektenabdichtung — Spinnen folgen ihrer Nahrung. Weniger Insekten im Haus = weniger Spinnen

Spinnenarten im Garten: Relaxed bleiben

In spanischen Gärten begegnet man teils imposanten Spinnennestern. Die großen gelb-schwarzen Wespenspinnen (Argiope bruennichi) sind trotz beeindruckenden Aussehens völlig ungefährlich. Die großen, behaarten Wolfsspinnen jagen am Boden und greifen Menschen nie an.


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Häufige Fragen zu Spinnen in Spanien

Finde ich in meiner Wohnung an der Costa del Sol gefährliche Spinnen?
Das Risiko ist gering. Die Schwarze Witwe lebt bevorzugt in trockenen Außenbereichen (Mauerwerk, Gestrüpp, Steinhaufen), selten direkt im Wohnbereich. Die Braune Einsiedlerspinne ist häufiger in Häusern, aber sehr scheu. Wer in Kleidungsstücken und Schuhen nachsieht, die lange unbenutzt lagen, und hinter Bilderrahmen von Zeit zu Zeit reinigt, minimiert das ohnehin kleine Risiko weiter.
Mein Kind wurde von einer Spinne gebissen. Was soll ich tun?
Beruhigen, die Bissstelle kühlen und sofort einen Arzt aufsuchen — auch wenn das Kind keine unmittelbaren Symptome zeigt. Bei Kindern sollte jeder Spinnenbiss mit unbekannter Art ärztlich abgeklärt werden. Wenn möglich: Die Spinne fotografieren oder mitbringen (in verschlossenem Behälter). In Spanien gilt Notruf 112 für Vergiftungsfälle.
Sind die großen, behaarten Spinnen in meinem Haus Vogelspinnen?
Nein. Echte Vogelspinnen (*Tarantula*, Familie Theraphosidae) kommen in Spanien nicht vor. Was Sie wahrscheinlich sehen, ist eine Zoropsis spinimana oder eine Wolfsspinne der Gattung Lycosa — beide großgewachsen und behaart, aber medizinisch bedeutungslos. Gelegentlich werden im Süden auch die spanische Tarantel (*Lycosa tarantula*) gesehen, die ebenfalls nur mild giftig ist.

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Photo of James Thornton, Founder & Lead Writer

Written by James Thornton

Founder & Lead Writer

British expat living in Málaga since 2019. Researched 200+ pest control cases across 16 Spanish regions.

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Reviewed by Carlos Ruiz Martín

ROESBA-certified (Spain's Official Pest Control Registry). DDD specialist. Member of ANECPLA.

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