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Saisonale Tipps

Stinkwanzen in Spanien: Invasion im Oktober richtig stoppen

Jeden Oktober drängen Stinkwanzen in Häuser und Fincas in Spanien. Erkennen, entfernen ohne Gestank, abdichten. Marmorierte Baumwanze und Grüne Stinkwanze.

Photo of James Thornton, Founder & Lead Writer

By James Thornton

| Published 2 September 2026 · 7 Min. Lesezeit
Stinkwanzen in Spanien: Invasion im Oktober richtig stoppen

KI-generiertes Referenzbild, von Spain Pest Guide mit Feldaufnahmen abgeglichen.

Wenn im Oktober plötzlich schildförmige, braun marmorierte Insekten an der Südfassade Ihrer Finca sitzen und durch jeden Fensterspalt hereinkommen, sind es Stinkwanzen. In Spanien sind zwei Arten relevant: die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) und die Grüne Stinkwanze (Nezara viridula). Sie beißen nicht, sie stechen nicht, und sie richten in der Wohnung keinen Schaden an. Sie riechen nur, wenn man sie falsch behandelt.

Warum jeden Herbst dasselbe passiert

Beide Arten überwintern als erwachsene Tiere. Sie legen keinen Winterschlaf im Boden ein wie viele Insekten, sondern suchen einen frostfreien, trockenen Unterschlupf und verbringen dort mehrere Monate in Kältestarre. Sinkende Nachttemperaturen und kürzere Tage im Oktober lösen die Wanderung aus.

Für die Tiere sieht ein Haus aus wie ein sehr großer, sehr warmer Felsspalt. Besonders attraktiv sind:

  • Südfassaden, die am Nachmittag Wärme abstrahlen, gern hell gestrichen
  • Rollladenkästen, der klassische Sammelpunkt in spanischen Häusern
  • Dachziegel und Zwischenräume unter dem Dach von Fincas
  • Fenster ohne Fliegengitter und Türen mit ausgetrockneten Dichtungen
  • Lüftungsgitter, Klimaanlagenrohre und offene Mauerdurchführungen

Typisch ist auch das Muster: An einem warmen Nachmittag sitzen Dutzende Tiere an der Wand, am Abend sind sie drinnen. Landwirtschaftlich geprägte Gegenden mit Obst-, Mandel- und Gemüsebau haben mehr Tiere als reine Stadtlagen, weil dort die Wirtspflanzen stehen.

Die zwei Arten unterscheiden

MerkmalMarmorierte BaumwanzeGrüne Stinkwanze
WissenschaftlichHalyomorpha halysNezara viridula
Spanischchinche apestosa marmoreadachinche verde
Größe12 bis 17 mm12 bis 16 mm
Farbebraun marmoriert, schildförmigeinfarbig grün, im Herbst oft bräunlich verfärbt
Sicheres Kennzeichenzwei helle Ringe an den Fühlern, helle und dunkle Streifen am Hinterleibsrandgleichmäßig grün, ohne Fühlerringe
HerkunftOstasien, in Europa seit den 2000er Jahren, in Spanien vor allem im Norden und Nordosten etabliertim Mittelmeerraum weit verbreitet und seit langem heimisch
HauptärgernisMassenauftreten an Fassaden, dringt in Häuser einSchäden an Tomaten, Bohnen und Obst, dringt seltener ein

Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit heimischen Baumwanzen, die harmlos sind und nicht in Häuser drängen. Das verlässlichste Merkmal für Halyomorpha halys sind die hellen Fühlerringe und der abwechselnd hell und dunkel gestreifte Hinterleibsrand.

Vorsicht bei der Übersetzung

Sagen Sie in Spanien nie einfach chinche, wenn Sie eine Stinkwanze meinen. Chinche wird fast immer als chinche de cama, also Bettwanze, verstanden, und das ist ein völlig anderes und deutlich ernsteres Problem. Für die Stinkwanze sagen Sie chinche apestosa oder chinche hedionda, für die grüne Art chinche verde.

Beißen sie, sind sie gefährlich?

Nein. Beide Arten sind Pflanzensauger. Ihr Stechrüssel ist dafür gebaut, Pflanzengewebe anzustechen und Saft zu saugen, nicht Haut zu durchdringen. Sie beißen nicht, stechen nicht und übertragen keine Krankheiten auf Menschen oder Haustiere.

Sie vermehren sich auch nicht in Ihrer Wohnung. Die Eier werden im Frühjahr und Sommer an Pflanzen abgelegt, nicht drinnen. Was im Herbst hereinkommt, sind ausschließlich überwinternde Erwachsene, die im Frühjahr wieder hinauswollen.

Der eigentliche Schaden liegt im Garten und in der Landwirtschaft. Die Marmorierte Baumwanze saugt an Steinobst, Kernobst, Mandeln, Paprika und Tomaten und hinterlässt eingesunkene, korkige Stellen. Für Hobbygärtner mit ein paar Tomatenpflanzen ist das ärgerlich, für Obstbauern ist es ein wirtschaftliches Problem.

Wo in Spanien Sie am ehesten betroffen sind

Die Grüne Stinkwanze ist im gesamten Mittelmeerraum seit langem heimisch und kommt praktisch überall in Spanien vor, wo es Gemüse- und Obstanbau gibt, von Murcia über die Huerta von Valencia bis nach Andalusien. Sie fällt vor allem als Gartenschädling auf und dringt seltener in Häuser ein.

Die Marmorierte Baumwanze ist ein Neuankömmling aus Ostasien. In Europa wurde sie ab den 2000er Jahren nachgewiesen, in Spanien ist sie vor allem im Norden und Nordosten etabliert, unter anderem in Katalonien. Sie breitet sich weiter aus, und sie ist die Art, die in Massen an Fassaden sitzt und in Häuser drängt. Wenn bei Ihnen im Oktober Dutzende Tiere gleichzeitig auftauchen, ist es fast immer diese Art.

Typische Risikolagen sind Häuser am Rand von Obstplantagen, Mandelhainen und Gemüsefeldern, freistehende Fincas mit unverputzten Dachanschlüssen sowie Neubauten mit hellen Südfassaden. Wohnungen in dichten Stadtvierteln im Obergeschoss sind kaum betroffen.

Der Schaden im Garten und was dagegen hilft

Im Haus richten Stinkwanzen keinen Schaden an. Sie fressen nichts, nagen nichts an und legen keine Eier. Draußen sieht es anders aus. Beide Arten stechen Früchte an und saugen Saft, das Gewebe rund um die Einstichstelle stirbt ab und wird korkig. Betroffen sind vor allem Tomaten, Paprika, Bohnen, Pfirsiche, Nektarinen, Äpfel und Mandeln. Die Frucht ist essbar, aber optisch ruiniert, und angestochene Stellen faulen schneller.

Im Hausgarten wirken drei Dinge, alle ohne Insektizid:

  • Absammeln in Seifenwasser, früh am Morgen, wenn die Tiere träge sind. Bei kleinen Beständen die wirksamste Methode.
  • Kulturschutznetze über Tomaten und Bohnen ab der Blüte, engmaschig genug für Wanzen.
  • Abgeerntete Pflanzenreste entfernen, damit im Spätsommer keine Rückzugsflächen direkt am Haus bleiben.

Lichtfallen und Ultraschallgeräte bringen bei dieser Gruppe nichts. Handelsübliche Lockstofffallen sind für den Erwerbsobstbau entwickelt und können im Hausgarten sogar zusätzliche Tiere anziehen, wenn sie zu nah am Haus hängen. Wenn Sie eine einsetzen, hängen Sie sie mindestens zehn Meter vom Gebäude entfernt auf.

Entfernen, ohne dass es riecht

Der Geruch entsteht durch ein Abwehrsekret aus Drüsen an der Brustunterseite. Es erinnert an Koriander oder ranzige Mandeln, haftet an Textilien und hält sich tagelang. Ausgelöst wird es durch Zerdrücken, Quetschen oder starke Störung.

Was Sie tun:

  1. Glas-und-Papier-Methode. Glas über das Tier stülpen, ein Blatt Papier darunterschieben, nach draußen tragen und einige Meter vom Haus entfernt absetzen.
  2. Eimer mit Seifenwasser. Bei vielen Tieren an der Wand: einen Eimer mit Wasser und einem Spritzer Spülmittel darunterhalten und die Wanzen von oben abstreifen. Sie lassen sich bei Störung fallen und gehen im Wasser unter, ohne Sekret in der Wohnung zu verteilen.
  3. Papierrolle als Werkzeug. Für Tiere an der Decke funktioniert eine leere Küchenrolle: Wanze hineinfallen lassen, Enden zuhalten, draußen ausleeren.
  4. Falls doch Sekret in der Wohnung ist: lüften, betroffene Textilien waschen, Fläche mit einem Essigreiniger abwischen.

Was Sie nicht tun:

  • Nicht zerdrücken. Das ist der häufigste Fehler und der Grund für den Geruch.
  • Nicht saugen. Ein zerdrücktes Tier im Filter sorgt dafür, dass der Staubsauger bei jedem Einschalten die Wohnung parfümiert. Wenn Sie unbedingt saugen wollen, benutzen Sie einen alten Staubsauger mit Wegwerfbeutel, den Sie sofort entsorgen.
  • Kein flächiges Sprühen von Insektiziden innen. Es tötet die Tiere allenfalls verzögert, und tote Wanzen in Rollladenkästen und Hohlräumen ziehen Speckkäfer und deren Larven an, die dann Textilien schädigen.

Abdichten: die einzige Maßnahme, die dauerhaft wirkt

Die Wanzen kommen nicht, weil es drinnen schmutzig ist, sondern weil es Löcher gibt. Wer im September, also vor der Wanderung, abdichtet, hat im Oktober kaum Tiere im Haus.

StelleMaßnahmeBester Zeitpunkt
RollladenkästenFührungsschlitze und Kastenfugen mit Bürstendichtung oder Acryl schließenAugust bis September
FensterrahmenDichtungen prüfen und ersetzen, Fliegengitter nachrüstenganzjährig, spätestens September
TürenBürstendichtung unten anbringen, Rahmen abdichtenAugust bis September
MauerdurchführungenKlimaanlagen- und Kabeldurchführungen mit Acryl oder Schaum verschließenjederzeit
Lüftungsgittermit feinem Insektengitter hinterlegenvor Oktober
Dachbereich der FincaZiegelspalten und Traufbereich kontrollieren, Gitter setzenSpätsommer

Zusätzlich hilft es, an warmen Herbstabenden das Außenlicht an der Fassade auszuschalten und Fenster in der Dämmerung geschlossen zu halten. Wanzen, die sich bereits in Rollladenkästen eingerichtet haben, tauchen an ungewöhnlich warmen Wintertagen einzeln wieder auf. Das ist normal und kein neuer Befall.

Im Frühjahr passiert es noch einmal

Ab Februar und März wandern die überwinternden Tiere wieder nach draußen. Weil sie dabei oft durch die Wohnung statt an der Fassade entlang laufen, wirkt der Frühling für viele Hausbesitzer schlimmer als der Herbst. Es sind aber dieselben Tiere, die im Oktober hereinkamen, keine neue Generation. Wer den Sommer über die Rollladenkästen abdichtet, beendet den Kreislauf.

Praktische Regel für Fincabesitzer: einmal im Spätsommer Fassade, Dach und Rollläden kontrollieren und abdichten. Das ist eine Stunde Arbeit und ersetzt jede Bekämpfung im Innenraum.

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Photo of James Thornton, Founder & Lead Writer

Written by James Thornton

Founder & Lead Writer

British expat living in Málaga since 2019. Researched 200+ pest control cases across 16 Spanish regions.

Photo of Carlos Ruiz Martín, reviewer

Reviewed by Carlos Ruiz Martín

ROESBA-certified (Spain's Official Pest Control Registry). DDD specialist. Member of ANECPLA.

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