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Kanaren

Kakerlaken auf Fuerteventura: was Urlauber wissen müssen

Weniger Kakerlaken als auf Teneriffa, aber nicht keine. Arten, Corralejo bis Jandía, Vorgehen im Hotelzimmer und was in den Koffer gehört.

Photo of James Thornton, Founder & Lead Writer

By James Thornton

| Published 2 September 2026 · 7 Min. Lesezeit
Kakerlaken auf Fuerteventura: was Urlauber wissen müssen

KI-generiertes Referenzbild, von Spain Pest Guide mit Feldaufnahmen abgeglichen.

Auf Fuerteventura gibt es Kakerlaken, aber weniger als auf Teneriffa oder Gran Canaria. Die Insel ist mit rund 100 bis 150 Millimeter Jahresniederschlag die trockenste der Kanaren, und Schaben brauchen Feuchtigkeit. Wo Menschen sie erzeugen, in Kanalisation, Hotelküchen und Poolanlagen, lebt trotzdem die Amerikanische Großschabe (Periplaneta americana).

Der Winter ist die Hauptsaison deutscher und österreichischer Gäste auf der Insel. Wer im Januar aus Frost anreist und abends am Pool eine handgroße rotbraune Schabe sieht, ordnet das leicht falsch ein. Hier die realistische Einordnung.

Warum die Wüsteninsel weniger Schaben hat

Fuerteventura ist ein Halbwüstenklima. Es gibt keine Lorbeerwälder wie im Norden Teneriffas, kaum ganzjährige Bäche und wenig natürlichen Bodenbewuchs. Ohne dauerhafte Feuchtigkeit im Freien fehlt der Amerikanischen Großschabe der natürliche Lebensraum, den sie auf feuchteren Inseln in Gärten, Mulchflächen und Bewässerungsschächten findet.

Übrig bleibt die menschengemachte Feuchtigkeit. Und die ist konzentriert:

  • Kanalisation und Pumpstationen der Touristenorte
  • Hotelküchen, Spülbereiche und Müllräume, dauerhaft warm und feucht
  • Bewässerung von Hotelgärten, Golfanlagen und Palmenbeeten
  • Pooltechnik, Duschen am Strand, Waschküchen von Apartmentanlagen
  • Meerwasserentsalzungs- und Verteilanlagen

Das Ergebnis ist ein deutlicher Kontrast: In Binnendörfern wie Betancuria, Tuineje oder Antigua sind Sichtungen selten. In den Touristenzentren mit dichter Bebauung sind sie normal.

Die Orte im Vergleich

OrtLageBebauungTypische Sichtung
CorralejoNordendicht, viele Bars und Apartmentsnachts in Gassen, an Müllplätzen, in Bodenabläufen
Caleta de FusteMitte, OstküsteResorts mit Bewässerung und GolfPoolumrandung und Gartenbeleuchtung nach dem Bewässern
Costa CalmaSüdenHotelketten hinter DünenstreifenTechnik- und Müllbereiche, seltener in Zimmern
Jandía und Morro JableSüdspitzegroße Hotelanlagen am HangKanalschächte, Küchenanlieferung, Tiefgaragen
BinnendörferInselmitteEinzelhäuser, kein Netzdruckselten, meist Einzeltiere nach Regen

Die dominierende Art ist überall die Amerikanische Großschabe: drei bis vier Zentimeter, rotbraun, glänzend, nachtaktiv, Einzelgängerin. Sie ist ein Zufallsbesucher aus dem Abwassersystem und sagt nichts über die Sauberkeit des Hauses aus.

Die kleine hellbraune Deutsche Schabe (Blattella germanica) ist auf Fuerteventura seltener als auf Teneriffa, kommt aber dort vor, wo sie ideale Bedingungen findet: Großküchen, Buffetbereiche, Personalräume, gelegentlich Ferienwohnungen. Sie ist der ernstere Fund, weil sie sich in Innenräumen vermehrt und in Gruppen auftritt.

Ein Tier oder mehrere: der entscheidende Unterschied

Eine große rotbraune Schabe abends am Pool ist auf den Kanaren Alltag. Drei kleine hellbraune Tiere mit zwei dunklen Längsstreifen hinter dem Wasserkocher bedeuten eine Population im Gebäude. Bei der zweiten Variante sollten Sie nicht abwarten, sondern Zimmerwechsel verlangen und den Fund schriftlich dokumentieren lassen.

Wind und Sand: der Fuerteventura-Faktor

Fuerteventura ist die windigste der Hauptinseln, deshalb ist sie ein Zentrum für Surfen und Kiten. Für Insekten hat das zwei Folgen.

Erstens: Fliegende Insekten wie Mücken werden auf offenen Terrassen spürbar reduziert. Wer die Kanaren mit tropischen Reisezielen vergleicht, wird bei Mücken angenehm überrascht. Auf Kakerlaken hat der Wind praktisch keinen Einfluss, weil diese im Untergrund und in Gebäuden leben.

Zweitens: Sand ist ein Bauschädling. Er sammelt sich in Schiebetürschienen, Fensterrahmen und Dichtungen. Über Jahre werden Dichtungen abgeschliffen, Türen schließen nicht mehr bündig, und darunter entsteht ein Spalt, durch den nachts Insekten hereinkommen. Wer eine Immobilie auf der Insel besitzt, sollte Schienen regelmäßig aussaugen und Gummidichtungen kontrollieren.

Dazu kommt die Calima: heiße Saharaluft mit Staub. In diesen Tagen steigt die Aktivität nachtaktiver Insekten spürbar, weil die Nachttemperatur hoch bleibt.

Jahreszeit: wann Sie am ehesten eine sehen

Eine schabenfreie Jahreszeit gibt es auf Fuerteventura nicht, denn die Küstentemperatur fällt auch im Januar nachts selten unter 14 Grad. Es gibt aber klare Spitzen, und sie hängen an Wärme und Wasser, nicht am Kalender.

ZeitraumAktivitätWas Urlauber merken
Dezember bis Februarniedrig bis mittelHauptreisezeit aus Deutschland und Österreich, wenige Sichtungen, meist Einzeltiere in Bodenabläufen
März bis Maimittelsteigende Nachttemperaturen, mehr Aktivität in Poolbereichen
Juni bis SeptemberhochSpitze nach Sonnenuntergang, Küchen- und Müllbereiche der Anlagen
Oktober und Novembermittel bis hochdie wenigen Regenereignisse des Jahres spülen Tiere aus der Kanalisation nach oben

Merken Sie sich zwei Auslöser: die Nacht nach einem seltenen Regen und die Calima-Tage. Beide erhöhen die Sichtungen sprunghaft, ohne dass sich im Hotel irgendetwas verschlechtert hätte.

Ferienwohnung: die ersten zehn Minuten

Bei privat gemieteten Apartments gibt es keine Rezeption, die nachts reagiert. Prüfen Sie bei der Ankunft selbst, es dauert kaum zehn Minuten:

  1. Alle Bodenabläufe ansehen. Riecht es trocken oder muffig, ist der Siphon leer. Einen halben Liter Wasser hineingießen.
  2. Mit der Taschenlampe unter Spüle und Waschbecken leuchten. Offene Rohrdurchführungen sind der zweithäufigste Zugang.
  3. Hinter Kühlschrank und Wasserkocher schauen. Kleine hellbraune Tiere oder schwarze Kotpunkte in Ritzen deuten auf Deutsche Schaben im Gebäude.
  4. Küchenschränke kurz kontrollieren, besonders Ecken und Scharniere.
  5. Schiebetürschienen ansehen. Liegt viel Sand darin, schließt die Tür nachts wahrscheinlich nicht dicht.
  6. Jeden Fund fotografieren und noch am Ankunftstag über die Buchungsplattform an den Vermieter melden, damit die Meldung dokumentiert ist.

Ein totes Einzeltier im Ablaufbereich ist auf den Kanaren kein Grund, die Unterkunft zu wechseln. Mehrere lebende kleine Schaben in der Küche sind einer.

Fliegen sie, und beißen sie?

Die Amerikanische Großschabe hat voll ausgebildete Flügel und gleitet an warmen Abenden über kurze Strecken, typischerweise von einer Wand oder Lampe abwärts. Sie fliegt Menschen nicht gezielt an. Die Deutsche Schabe fliegt so gut wie nie. Beide Arten sind nicht giftig, stechen nicht und beißen Menschen praktisch nie. Was bleibt, ist die mechanische Keimübertragung zwischen Abfluss und Küchenfläche sowie Allergene aus Kot und Häutungsresten. Wer Asthma hat, sollte einen Befall deshalb ernster nehmen als jemand ohne Atemwegserkrankung.

Im Hotelzimmer: die richtige Reihenfolge

  1. Fotografieren, mit Größenvergleich wie einer Münze und einem erkennbaren Zimmerdetail.
  2. Nichts wegwischen, bevor die Dokumentation steht.
  3. Noch am selben Tag an der Rezeption melden und um schriftliche Bestätigung bitten, Name des Mitarbeiters notieren.
  4. Bei Pauschalreise die Reiseleitung informieren, ebenfalls schriftlich und vor Ort.
  5. Zimmerwechsel verlangen bei wiederholten Funden oder bei kleinen hellbraunen Schaben.
  6. Koffer hochstellen, auf den Gepäckständer, nicht auf den Boden und nicht ins Bad.

Zum deutschen Reiserecht in einem Satz: Ein erheblicher Schädlingsbefall im Zimmer kann ein Reisemangel sein, aber eine spätere Minderung setzt in der Praxis fast immer voraus, dass der Mangel vor Ort angezeigt wurde und der Veranstalter Gelegenheit zur Abhilfe hatte. Ob ein Einzelfall erheblich ist, entscheiden Gerichte sehr unterschiedlich. Das ist eine allgemeine Einordnung, keine Rechtsberatung; verbindliche Auskunft geben Verbraucherzentralen oder Fachanwälte für Reiserecht.

Was Residenten auf Fuerteventura tun

Wer dauerhaft auf der Insel lebt, arbeitet an den Zugängen, nicht an der Insel.

  • Abflussgitter mit feiner Maschung auf alle Bodenabläufe in Bad, Dusche und Waschküche. Das ist der wirksamste Einzelschritt.
  • Siphons feucht halten. Bei Zweitwohnungen und selten benutzten Duschen trocknen die Geruchsverschlüsse im trockenen Inselklima besonders schnell aus. Einmal wöchentlich spülen, vor längerer Abwesenheit einen Schuss Speiseöl ins Wasser geben, damit es langsamer verdunstet.
  • Gel-Köder statt Spray. Wirkstoffe wie Fipronil, Imidacloprid oder Indoxacarb wirken über den Bau hinaus. Spray tötet nur das sichtbare Tier.
  • Türschienen und Dichtungen pflegen, wegen des Sandes, und Rohrdurchführungen unter der Spüle abdichten.
  • Müll abends hinausbringen und Vorräte in verschlossenen Behältern lagern.

Details zu Wirkstoffen stehen im Ratgeber Schaben in Spanien, die regionale Übersicht unter Fuerteventura, der Inselvergleich unter Kakerlaken auf den Kanaren.

Was in den Koffer gehört

Für eine Hotelwoche brauchen Sie nichts Besonderes. Für eine Ferienwohnung oder einen Langzeitaufenthalt im Winter lohnen sich:

  • ein flaches Universal-Abflussgitter, passend für die üblichen runden Bodenabläufe
  • eine kleine Tube Gel-Köder für Aufenthalte ab zwei Wochen in eigener oder gemieteter Wohnung
  • wiederverschließbare Beutel oder Dosen für Müsli, Brot und Nüsse
  • eine Taschenlampe, um bei Ankunft hinter Kühlschrank und unter die Spüle zu leuchten

Mücken- und Sandmückenschutz ist auf Fuerteventura sinnvoller als jedes Kakerlakenprodukt, vor allem in windgeschützten Innenhöfen und in der Dämmerung.

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Photo of James Thornton, Founder & Lead Writer

Written by James Thornton

Founder & Lead Writer

British expat living in Málaga since 2019. Researched 200+ pest control cases across 16 Spanish regions.

Photo of Carlos Ruiz Martín, reviewer

Reviewed by Carlos Ruiz Martín

ROESBA-certified (Spain's Official Pest Control Registry). DDD specialist. Member of ANECPLA.

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